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Schleuse Kriegenbrunn - WNA Aschaffenburg

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Inhalt: Prüfanker für den Schleusenbau

Zum Bau einer Schleuse wie Kriegenbrunn ist es notwendig, eine sehr tiefe und große Baugrube auszuheben. Um zu verhindern, dass die Baugrubenwände dem Druck der dahinter liegenden Erde und des Grundwasser nachgeben und einstürzen, müssen sie im Baugrund verankert. Dazu verwendet man sog. Verpressanker. Das sind in einem Bohrloch eingebaute Elemente, die ähnlich einem Dübel eine aufgebrachte Zugkraft auf eine tragfähige Schicht im Baugrund übertragen.

Aber wie groß sind die Kräfte, die der Baugrund letztlich aufnehmen kann? Diese Frage muss natürlich im Vorfeld geklärt werden. Und dazu werden sog. Prüfanker eingesetzt. Sie testen die Belastbarkeit des Baugrunds. Und genau diesen Test führt das WNA aktuell zur Vorbereitung des Schleusenneubaus aus. 12 Anker, ca. 30 bis 50 Meter lang, werden in den nächsten Monaten zu Prüfzwecken in den Fels eingebaut.

Im ersten Schritt wird eine Wand aus Beton gebaut. Dann werden die Anker hergestellt. Dazu werden Löcher schräg in den Boden gebohrt. Darin wird der aus mehreren Stahlseilen (Litzen) bestehende Litzenanker eingefädelt. Am hinteren Ende werden die Stahlseile mit Mörtel in den Fels eingeklebt. Diesen Teil bezeichnet man als Verpresskörper. Die Längen der Verpresskörper betragen ca. fünf bis acht Meter. Die freien Ankerlängen liegen bei ca. 25 bis 42 Metern. Verpresskörper und freiliegender Anker zusammen ergeben den sog. Verpressanker.

Ankerzugversuche

Wenn der Mörtel hart geworden ist, kann der Belastbarkeitstest starten. Dazu wird mit einer hydraulischen Presse kräftig am Anker gezogen. Die Presse stützt sich dabei gegen die vorher errichtete Wand ab. Nun wird gemessen, bei welcher Kraft sich der Anker wie weit bewegt. Das Ausmaß der Bewegung gibt Aufschluss über die Höhe der Belastbarkeit des Baugrunds. So kann dann berechnet werden, wie lang die Anker für die neue Schleuse sein müssen.

Nach Abschluss der Prüfungen werden die Wand und der oberflächennahe Teil der Anker wieder entfernt. So wird verhindert, dass landwirtschaftliche Geräte an den Ankern hängen bleiben oder die Anker beim Verlegen von Kabeln und Leitungen im Weg sind.

Verpressanker werden beim Bau der Schleuse Kriegenbrunn sowohl für die Rückverankerung der Baugrubenwände als auch für die Uferwände der neuen Vorhäfen verwendet werden. Dabei werden voraussichtlich fast 2.000 Verpressanker zum Einsatz kommen.

Die Arbeiten für die Prüfanker werden im April 2017 beginnen und voraussichtlich im Juni 2017 abgeschlossen sein.