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Schleuse Kriegenbrunn - WNA Aschaffenburg

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Inhalt: Neues Paradies für Zauneidechsen

Acht bis 24 cm groß, etwas plump und gedrungen, braun oder auch grün gemustert, je nach Geschlecht - die Zauneidechse zählt zu den fünf Eidechsenarten in Deutschland und gehört zu den geschützten Arten. Ihr Name birgt eine Historie: Zwar braucht sie keine Zäune, aber eine Biotopstruktur, die früher oft mit Zäunen verbunden war. Sie liebt trockene Böschungen, niedrige Vegetation, sonnige und sandige Stellen und Steine zum Verstecken. All das findet sie an den steinigen Ufern des Main-Donau-Kanals mit dem dort vorherrschendenden Krautsaum aus Gräsern und Stauden.

Zauneidechse Steinhügel für Zauneidechse

Durch den Neubau der Schleusen sind Teile ihres bisherigen Lebensraums während der Bauzeit nicht nutzbar. Deshalb wird auf einer 5.000 qm großen, ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Fläche mit einem geringen Waldbestand eine neue Heimat für die Tiere geschaffen. Das Habitat liegt in der Nähe der Schleuse Kriegenbrunn, südlich der Gemeinde Hüttendorf auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals. Das Areal muss schon jetzt vorbereitet werden, damit es bei Baubeginn der neuen Schleusen eingewachsen und für die Zauneidechsen bezugsfertig ist.

Am 06. Februar 2018 wurden die Vermessungsarbeiten durchgeführt, die Eckpunkte der Steinhaufen, dem neuen Zuhause der Echsen, festgelegt und die Randpunkte des Gebietes abgesteckt. Anfang März wurden die ersten Rodungsarbeiten durchgeführt. Die eigentlichen Arbeiten starten voraussichtlich Mitte März und dauern ca. 14 Tage.

Stubben- und Steinhaufen zum Verstecken und Sonnen

Und so sieht die Planung aus. Das neue Habitat wird so artgerecht wie möglich angelegt. Zuerst wird die Fläche wird gemäht. Das Unterholz, einige wenige kleine Bäume und das Wurzelwerk werden entfernt. Andere Gehölze werden gärtnerisch pflegerisch bearbeitet. Eine große Fläche von ca. 2300 m² wird neu als Wildwiese eingesät. Gehölze-Pflanzungen, Stubbenhaufen und die eigentlichen Steinschüttungen - jede ca. 60 m² groß, aus ortstypischen Steinen wie Muschelkalk oder Sandstein - werden inselartig und abwechselnd angeordnet. Die Stubbenhaufen bestehen aus Wurzelstöcken und Wurzelresten, die standsicher, mit vielen Hohlräumen aufgeschichtet und etwa ca. 30 m² groß sind. Sie dienen als Schutz und Versteck, die Steinhaufen auch als Sonnenplätze zum Aufwärmen. Zwei Jahre wird die Fläche weiter betreut, werden schwach ausgetriebene Gehölze zurückgeschnitten, abgestorbene und kranke Pflanzenteile entsorgt und bei Bedarf auch gewässert.

So entsteht ein ideales neues Zuhause für die Zauneidechsen. Fast schon ein bisschen schade, dass nach Fertigstellung des Schleusenbaus und Wiederherstellung der Ufer am Kanal ein Rückbau des Zauneidechsenhabitats erfolgen muss, damit die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann.